Indische Schulen feiern jedes Jahr ein großes Fest, das sie „Founders Day“ nennen. An diesem Tag soll die ganze Schule, ausgenommen der Zwölftklässler, auf der Bühne stehen und etwas vorführen. Alle Eltern sind zu diesem Anlass eingeladen. Von klassischen Tanz über modernen Gesang, „science exhibitons“ bis zu Kunstausstellungen, etc. ist alles dabei. Jeder und jede kann sich hier unter Beweis stellen.
Ich persönlich habe mich dem Tanz der Internatsmädchen unter der Leitung von Kanishka Mam angeschlossen. Wir haben 10 Minuten klassischen indischen Tanz vorbereitet und sogar den Eröffnungstanz zugewiesen bekommen. Das bedeutet allerdings viele anstrengende Tage: Um genug Zeit zum Üben zusammen zu bringen wurden Sportzeiten und schlafstunden gestrichen. Auch wenn es ein wenig an Disziplin fehlte, wurde bis spät in die Nacht geübt und am nächsten Morgen erwartet, dass wieder alle Punkt 6 Uhr bereit standen.
Da ich nicht für zwei Wochen auf Sport verzichten wollte, hieß das für mich, um kurz nach fünf aufzustehen, joggen, duschen, tanzen. Außerdem mussten wir im gleichen Zeitraum auch noch Tests schreiben.
Dann aber kam der beste Teil: In der Woche vor dem Founders Day wurden alle Schulstunden gestrichen, weshalb es direkt nach dem Frühstück wieder ins Internat ging. Dann konnten wir mehr oder weniger bis zum Mittagessen schlafen, weil andere Gruppen in dieser Zeit üben sollten. Danach sollten wir 1-2 Mal unseren Tanz vorführen und den Anderen beim Üben zuschauen. Danach Sportzeit bis 19:00 Uhr. Dann wieder eine Stunde Tanzen und danach Schlafen. Das bedeutete, dass ich die Sportzeit in vollen Zügen genießen konnte und ohne Sorgen riskieren konnte, richtig müde zu werden. Irgendwie war es wie Ferien, nur noch besser.