Founder´s Day

Nach langen Vorbereitungen kam schließlich der Tag des Founder`s Day. Für alle in der Schule war es reinster Stress, denn hier ging nun alles um die Repräsentation vor den Eltern- und die musste einfach gut sein. Es wurde eine sieben auf zwanzig Meter und einen halben Meter hohe Bühne aufgebaut und auf dem gesamten Schulfußballstadium  (dass eigentlich die Größe eines Handballfelds hat) wurden Stühle verteilt. Es wurde eine Naturwissenschafts-Ausstellung vorbereitet und angeblich auch Essen angeboten – davon haben wir als Internatsschüler aber selbstverständlich nicht einmal etwas sehen dürfen, da es sowieso nicht ausreichte.

Aber das Herz der Veranstaltung war  natürlich das Programm, auf das wir alle so intensiv hingearbeitet hatten. Ein Programm, das sich letzten Endes aus der Zusammenarbeit einer ganzen Schule zusammensetzte, in der JEDER mindestens einmal teilnehmen musste! Dafür alleine schon möchte ich hier meinen Respekt an die Lehrer ausdrücken, denn ohne sie hätte man eine solche Veranstaltung niemals durchführen können und in Indien wird das ja immer weniger betont und als Erfolg der Schulleitung gesehen, die dem ganzen mehr im Wege stand, indem sie die meiste Zeit das Üben verboten hatte.

Da wir als Internatsschüler den mehr als 10 Minuten dauernden Eröffnungstanz vorbereitet hatten, waren wir gleich die ersten, die auf die Bühne mussten. Ich war deshalb ein wenig nervös, da ich ja für gewöhnlich nicht gerade die Person zum Tanzen bin, aber da ich es inzwischen gewöhnt war generell immer vorgeführt zu werden – singen, Hindi-Rede oder einfach nur als Fotohintergrund – war es dann doch nicht ganz so schlimm. Doch dann passierte es: Die Technik scheiterte daran, das Lied richtig abzuspielen und übersprang die ersten 40 Sekunden. Das Problem war: Es handelte sich dabei um einen altindisches Lied, dass rein instrumentell war und bei dem man an manchen Stellen kaum bis gar keine Unterschiede in der Musik hört und deshalb nicht sagen kann, an welcher Stelle in dem Lied man sich denn jetzt wirklich befand. Dennoch gelang es uns, das Ganze so gut es ging zu retten. Und schließlich gingen die zehn Minuten ganz schnell  vorbei.

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Dann folgte eine beinahe zweistündige Rede der Autoritäten, die garantiert nicht eine einzige anwesende Person interessierte. Schließlich kam dann aber das lange ersehnte Programm: Angefangen mit den Schülern der Preprimary School, das heißt im Alter zwischen zwei und fünf Jahren mit Tänzen zum Thema Liebe und sogar- ungewöhnlich für Indien- einem Partnertanz auf das Lied „Thousand Years“ (Ich habe selten so etwas süßes gesehen!) Dann folgten weitere Tänze, die verschiedene andere Gefühle darstellen sollten, von Furcht, über Nettigkeit, zu Grausamkeit. Auch wenn das indische Publikum dem Aufnehmen von „Selfies“ weit mehr Aufmerksamkeit schenkte als dem Programm selbst, hatten wir jede Menge Spaß.

Am Ende lässt sich sagen, dass die Sache an sich vor allem eine große Leistung der Schüler und Lehrer war. Was die Organisation angeht, so  fand ich persönlich, dass sich mehr hätte machen  lassen. Zum Beispiel ausreichend Essen und für alle, andere Getränke als nur stilles Wasser, eine Bühne, die man sehen konnte (denn ausgenommen von der ersten Reihe konnte keiner wirklich etwas sehen, da zwar die Bühne riesig war, aber das macht die Tänzer am Ende ja nicht größer und von 40 Metern Entfernung, in der die Stühle standen, konnte man eigentlich nichts sehen.) Dann noch bessere Technikeinstellungen (das Licht hat meistens einfach leere Punkte fokussiert oder die Füße einer Person, die gerade eine Rede hielt und ähnliches, einfach weil es nie eine Probe mit Technik gab. Aber ansonsten haben alle ihr Bestes gegeben, und dass nicht ausreichend Zeit für die Vorbereitungen gegeben wurde war ja nicht die Schuld der Schüler.

Und ich kann ja letzten Endes froh sein, dass zumindest unserem Tanz, dank unserer Internatsbetreuerin Kanishka Ma’am, ausreichend Zeit zum Üben zur Verfügung gestellt wurde!

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